12 Rules For Life – Teil 2

- Jordan Petersons Regeln für ein geordnetes Leben in einer chaotischen Welt -

Im Folgenden liest du den zweiten Teil der freien Zusammenfassung und Interpretation des von Jordan B. Peterson veröffentlichen Buches „12 Rules for Life – An Antidote to Chaos“. In diesem konstatiert Peterson 12 Regeln und Verhaltensweisen, wie der Mensch sich zu verhalten habe, um ein erfülltes und geordnetes Leben zu führen.

7. Pursue what is meaningful (not what is expedient)

Bromorrow-Vogel

Strebe nach etwas, dass bedeutsam ist (nicht nach etwas, dass nur zweckdienlich ist)

Warum existieren wir? Was sollen wir mit dem Leben anfangen? Die naheliegende Antwort wäre: Strebe nach dem größtmöglichen Vergnügen. Folge deinen natürlichen Instinkten und lebe für den Moment. Tue alles, was zweckdienlich ist, um dir Vergnügen zu bereiten. Lügen, stehlen, manipulieren. Aber lasse dich nicht erwischen.

Was spricht dagegen? Zum einen natürlich die Konsequenzen, die du – solltest du in einem Staat mit einem halbwegs intakten Rechtsstaat leben – früher oder später zu tragen hast. Viel Vergnügen bekommt man hinter Gittern sicherlich nicht. Außerdem – und das ist genauso ausschlaggebend – wurde soziales Verhalten (also kein Stehlen, Lügen und Manipulieren) evolutionär belohnt. Die Mitglieder von intakten sozialen Gruppen – ob nun Affen oder schon Menschen – hatten (statistisch) eine höhere Wahrscheinlichkeit zu überleben und sich fortzupflanzen. Das bedeutet soziales Verhalten ist genetisch verankert.

<< Soziales Verhalten ist genetisch verankert, denn dieses wurde (und wird), aus evolutionärer Sicht, belohnt. >>

Unter anderem aus diesem Grund, sind es die zweckdienlichen Dinge und Taten, die nur ein kurzfristiges Vergnügen bereiten. Langfristige Glückseligkeit ist dadurch zu erlangen, dass zu tun, was für einen selbst Bedeutung hat. Dem eigenen inneren Drang zu folgen, nach etwas Bedeutsamen zu streben. Etwas, dass größer ist, als die eigene Existenz.

8. Tell the truth – or, at least, don’t lie

Sag die Wahrheit – oder lüge zumindest nicht

Belüge keine anderen Menschen. Aber noch viel Wichtiger: Belüge dich nicht selbst. Je länger man sich selbst belügt, desto mehr geht man der Wahrheit aus dem Weg. Und dann wird es dir schlechter und schlechter gehen. Das einzige was hilft: Sich der eigenen Wahrheit stellen – wie auch immer diese lauten sollte.  

<< Viel wichtiger als immer die Wahrheit zu sagen: Belüge dich nicht selbst. >>

Wenn du dich selbst belügst, belügst du zwangsweise auch deine Mitmenschen. Am Anfang sind es kleine Lügen, die sich mit zunehmender Anzahl immer weiter verschachteln. Dieses Konstrukt wächst mit der Zeit und du wirst den Überblick verlieren. Dies schafft einen inneren, einengende, allgegenwärtigen Druck und du verlierst die Freude am Leben. Sag die Wahrheit – oder lüge zumindest nicht.

9. Assume that the person you are listening to might know something you don’t

Gehe davon aus, dass die Person, der du zuhörst, etwas wissen könnte, dass du nicht weißt

Du bist nicht allwissend. Das ist niemand. Deshalb höre deinen Gesprächspartnern genau, respektvoll und ohne Vorurteile zu. Sonst könntest du etwas verpassen, was sich für dich als nützlich erweisen könnte. Und je mehr du weißt, je größer dein Erfahrungsschatz, je weiter dein Horizont, desto erfolgreicher bist du in allen Bereichen des Lebens.

<< Höre dir selbst zu und bewerte dein Gesagtes von einem externen Standpunkt. So lernst du nicht nur etwas über den Gegenüber, sondern auch über dich selbst. >>

Mit dieser reinsten Form des Zuhörens, lernt man den Gegenüber richtig kennen. Ein Kennenlernen, welches weit über den üblichen Small-Talks und das übliche, belanglose Gerede hinausreicht. Du solltest sogar noch weiter gehen. Höre dir bei jeder Konversation selbst zu und bewerte dein Gesagtes von einem externen Standpunkt. So lernst du nicht nur etwas über deinen Gesprächspartner, sondern auch etwas über dich selbst. Gehe davon aus, dass die Person, der du zuhörst, etwas wissen könnte, dass du nicht weißt.

10. Be precise in your speech

Sei präzise in deiner Ausdrucksweise

Stell dir vor, du hast ein merkwürdiges Ziehen in der Bauchgegend, dass einfach nicht weggehen will. Du hast Angst, dass es etwas Schlimmes sein könnte. Du malst dir alles Mögliche aus. Lebensmittelvergiftung? Blinddarm? Oder doch Krebs? Du traust dich vielleicht nicht zum Arzt, denn dann könnten deine schlimmsten Befürchtungen Wirklichkeit werden. Schwer kranke Menschen sind manchmal glücklicher, nach ihrer schlimmen Diagnose, als davor. Denn dann lichtet sich der Wald der unendlichen Gründe für das eigene Leiden und wird auf eine spezifische Krankheit begrenzt.

<< Um innere oder äußere Probleme und Konflikte zu lösen, müssen diese klar definiert worden sein.  >>

Das Gleiche gilt auch für Konflikte. Du bist unzufrieden mit dem Partner und streitet euch über irgendwie alles? Das bringt niemanden voran. Die Probleme in der Beziehung müssen spezifiziert werden, um gelöst werden zu können. Sei präzise in deiner Ausdrucksweise.

11. Do not bother children when they are skateboarding

Störe Kinder nicht beim Skateboard fahren

Skateboard fahren ist zugegebenermaßen gefährlich, und der ein oder andere Knochenbruch kann da schon mal vorkommen. Doch dabei testen Kinder ihre Grenzen aus, fallen hin und stehen wieder auf und lernen aus den gemachten Fehlern. Und dass man erst etwas versuchen muss, um etwas zu erreichen auch wenn es zunächst Angst macht. Peterson fordert mit dieser Regel den Leser auf, die eigenen Kinder – oder die Kinder anderer – nicht übermäßig zu verhätscheln. Diese müssen Risiken eingehen, um zu wachsen und sich in dieser Welt durchsetzen zu können.

<< Das Eingehen von Risiken stimuliert Wachstum. >>

Was für Kinder gilt, können sich aber auch Erwachsene zu eigen machen. Hier und da ein kalkuliertes Risiko einzugehen, stimuliert das persönliche Wachstum. Störe Kinder nicht beim Skateboard fahren.

12. Pet a cat when you encounter one on the street

Bromorrow

Streichle eine Katze, wenn du einer auf der Straße begegnest

Die letzte Lebensregel ist nahe liegend, aber deswegen umso wichtiger: Genieße die kurzen, schönen Momente und Phasen im Leben. Denn schlechte Zeiten werden kommen. Daran kannst du nichts ändern. Lebe im Moment und nicht in der (möglicherweise) düsteren Zukunft. Bereite dich auf morgen vor, aber mache dir unnötig Sorgen über die Zukunft. Streichle eine Katze, wenn du einer auf der Straße begegnest. 

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