Anleihen – was du darüber wissen musst

- Wie Anleihen funktionieren und du damit Geld verdienen kannst -​

Der zweite Beitrag in unserer Kategorie Finanzen dreht sich um Anleihen (Englisch: Bonds), oft auch festverzinsliche Wertpapiere, Rentenpapiere oder Obligationen genannt. Diese Wertpapiere sind eine der ältesten Formen der Fremdfinanzierung. Das Prinzip ist ganz einfach: Unternehmen oder aber auch Regierungen benötigen liquide Mittel (frisches Geld) und geben zu diesem Zweck Anleihen aus. 

Besondere Formen von Anleihen sind beispielsweise Inhaberschuldverschreibungen, Pfandbriefe, High-Yield Anleihen oder Kriegsanleihen.

Die Funktionsweise von Anleihen

Man muss sich eine Anleihe wie einen Kredit vorstellen, den der Gläubiger, also der Käufer der Anleihe, dem Emittenten der Anleihe für eine bestimmte Zeit (=Laufzeit der Anleihe) gewährt. Man leiht also dem jeweiligen Unternehmen oder Staat Geld.  Wichtige Charakteristika von Anleihen sind:

Rendite – Die wichtigste Kennzahl ist die zu erwartende jährliche Rendite, die sich aus der Laufzeit, den festgelegten Zinszahlungen, dem Kaufkurs und dem Rückkaufkurs der Anleihe ergibt. Die Rendite wird in Prozent angeben. Sie ist die jährliche Verzinsung, die ein Anleger beim Halten der Anleihe bekommt. 

Zinsen – Die meisten Anleihen schütten regelmäßige Zinszahlungen aus. Zinsen und Rendite sind aber nicht zu verwechseln. Während der Zins (auch Kupon genannt) festgelegt ist, schwankt die Rendite von Anleihen täglich mit deren Kursen. Bei steigenden Anleihekurse sinkt die Rendite, bei fallenden steigt sie.

Nennwert – Der Nennwert ist der Betrag, auf den die Anleihe dotiert ist und zu dem sie in der Regel zurückgezahlt wird. 

Kurswert –  Der Kurs von Anleihen wird in Prozent des Nennwerts angegeben. Ein Kurs von 100 Prozent entspricht genau dem Nennwert. Ein Kurs von 110 bedeutet, dass der Wert der Anleihe um etwa 10 Prozent gegenüber dem Nennwert gestiegen ist.

Restlaufzeit – Die Restlaufzeit gibt an, wann die Rückzahlung der Anleihe erfolgt.

Wie verdiene ich Geld mit Anleihen?

Wie du aus den oben beschriebenen Charakteristika vielleicht schon entnehmen konntest funktioniert eine Anleihe wie folgt: Ein Unternehmen oder eine andere Instititution benötigt frisches Geld und begibt deshalb Anleihen. Diese verbriefen eine Schuld. Das heißt du als Käufer trittst als Gläubiger auf, der sein Kapital verleiht und dafür während der Laufzeit der Anleihe Zinszahlungen erhält. Das Anrecht auf diese Zahlungen wird mit der Anleihe verbrieft. Am Ende der Laufzeit bekommst du als Käufer zudem den Nennwert der Aktie, also dein Kapital, zurückerstattet. 

Der springende Punkt: Anleihen sind handelbar: Man handelt also mit verbrieften Schulden bzw. dem Recht, Zinszahlungen von jemandem anders (Unternehmen, Staaten, etc.) einfordern zu dürfen. Als Käufer einer Anleihe erwirbt du genau dieses Recht.  Dies ist deshalb ein so häufig gewähltes Investment, weil es relativ sicher ist. Doch wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel. Unternehmen und Staaten schlechter Bonität können manchmal die Zinszahlungen nicht bedienen und das Geld der Anleger ist weg. Als Beispiel seien hier Anleihen griechischer Banken während der Euro-Krise genannt. Institutionelle Anleger (Versicherungen etc.) ist es deshalb nicht erlaubt, ausschließlich in Anleihen höheren Risikos (High-Yield Anleihen) zu investieren.

Der Anleihemarkt an dem sich Unternehmen und Staaten frisches Geld besorgen ist riesig, zum Teil übersteigt die Anzahl handelbarer Anleihen die der handelbaren Aktien deutlich! 

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