Rosarote Brille statt dunkle Gläser

- Von der Kunst dankbar zu sein -

In diesem Beitrag geht es um die Einstellung zum Leben. Es geht darum ein gutes Fazit über sich und sein Umfeld zu ziehen anstatt Trübsal zu blasen. Die Technik, die dir dafür vorgestellt wird, heißt hier ganz plakativ „Dankbarkeit“. Wer es schafft sie zu verinnerlichen, schafft sich auf einem einfachen Weg eine neue Sicht und ein neues Gefühl der Wertschätzung für das, was man hat.

Das impressionistische Gemälde

Bromorrow-Vogel

Jeden Tag widerfahren uns viele Dinge. Oft sind es – betrachtet man nur die letzten Tage, Wochen oder Monate – ähnliche Erfahrungen. Dieselben Fahrten zur Arbeit, Schule oder Uni, Dieselben Gesichter, die man sieht, und dieselben Tätigkeit, die man tut. Ein Blick etwas weiter über den zeitlichen Horizont zeigt jedoch, dass Nichts gleich ist. Wir durchschreiten verschiedene Lebensphasen und jede zeichnet sich durch ganz andere Erlebnisse aus. Einiges bleibt gleich, Vieles verändert sich. Einige Dinge sind gut und andere auch nicht. Im Grunde ist unser Leben dabei wie ein impressionistisches Gemälde. Impressionismus ist übrigens die Kunst aus vielen kleinen Farbpunkten ein ganzes Bild zu erschaffen. Und gleiches gilt für das Leben. 

<< Viele kleine Erlebnisse, Erfahrungen, Erfolge und Misserfolge setzen sich zu seinem Gesamtbild zusammen. >>

Jedes Bild ist auf seine Weise besonders. In Teilen ähneln sich die Bilder, doch im Grunde ist jedes individuell. Sie machen nicht an allen Teilen Sinn, doch letztlich erzählen sie alle eine Geschichte, bei der ein Picasso neidisch werden würde.

Dankbarkeit-dankbar sein-impressionistisches-Gemälde

Es gibt jedoch ein Problem. Kein Problem mit dem Bild, sondern ein Problem mit dem Maler und dem Blick auf seine Kunst. Setzt er einen falschen Punkt – vielleicht nur einen klitzekleinen Grauen – wird aus einem strahlenden Sonnenaufgang ein dramatischer Weltuntergang.

Der Hang zur Dramatik

Nun, der klitzekleine graue Punkt meint natürlich Erfahrungen aus dem Alltag, die nicht so schön sind. Kennst du das, wenn der Zug Verspätung hat oder ausfällt und deine Laune in den Keller geht? Plötzlich ist alles scheiße, nicht bloß die Bahnfahrt. Nein, der ganze Alltag. Das Umfeld. Viel schlimmer ist es mit Kleinigkeiten, die emotional tiefer gehen. Beispielsweise ein Streit mit den Eltern. Eine kleine Meinungsverschiedenheit stellt plötzlich die Kindheit infrage. Oder wie war es mit der ersten unerwiderten Liebe? Sie war nur ein kleiner Teilbereich deines Lebens, nicht mehr als eine Zuneigung zu jemanden. Doch in der Zeit war sie alles, was zählte. Überstrahlte Freunde, Familie und all die Erfolge, die du schon erreicht hast. Dieses Gefühl, alles sei scheiße, man versage oder ist unvollständig, ist in dem Moment völlig real. Doch bei einem Blick auf diesen einen Punkt im Vergleich zu all den anderen, ähnelt er doch eher einem hysterischen Ausmaß an Dramatik.

Das Privileg

Bromorrow

Der Vergleich von so essenziellen Angelegenheiten wie Familie und Liebe mit Dramatik ist dabei keineswegs herabwertend gemeint. Wir sind das, was wir in der Welt sehen und das basiert nun mal auf Gefühlen. Es geht aber darum Sachen nicht überzubewerten und hier hilft manchmal ein kurzer nüchterner Blick auf das Gesamtbild anstatt auf diesen einen Punkt – ein Blick auf all die strahlenden Bereiche. Dies ist hier mit Dankbarkeit gemeint. Was hast du alles Schönes im Leben? Eine Familie, die sich liebt? Freunde, mit denen du die tollsten Sachen erlebt hast? Einen Job? Sei dankbar dafür. Und selbst, wenn hier etwas fehlt, ist das längst kein Beinbruch. Nichts ist in Stein gemeißelt. Und: Alles ist relativ. Es gibt genügend Menschen auf der Welt, die ihr Leben mit deinem tauschen würden. All die Dinge, die du hast und für dich selbstverständlich sind, sind von irgendwem der Traum. Es herrscht genügend Armut und Leid auf der Welt – ob auf anderen Kontinenten oder vielleicht auch nur eine Straße weiter.

Merke:

Was hast du alles Schönes im Leben? Sei dankbar dafür.

Es sind die kleinen Dinge

So, da wir uns einmal vor Augen geführt haben, was doch im Großen zählt, soll ein besonderer Aspekt nicht fehlen. Der Wert der kleinen Dinge und Momente. Über das was Glück ist und wodurch man es erhält, gibt es viele Ansichten, aber dass es ein Schub an Freude bringt, jemanden nach langer Zeit wiederzusehen, darüber gibt es wohl keine zwei Meinungen. Du freust dich, wenn du mit einem Köpper in die Kühle des Sees tauchst. Dein Selbstvertrauen steigt, wenn du eine Nachricht vom Mädchen von gestern kriegst. Manchmal reicht sich schon der Blick auf das Meer, um ein Gefühl der Freiheit zu wecken. Es lohnt sich, all diese kleinen, schönen Dinge nicht einfach direkt wieder zu vergessen. Rufe sie dir am besten immer in Erinnerung. Vielleicht solltest du gar Buch darüber führen. Es ist erstaunlich, was zum Beispiel ein Fotoalbum erwecken kann.

<< Manchmal reicht sich schon der Blick auf das Meer, um ein Gefühl der Freiheit zu wecken. >>

Andersrum gilt der Grundsatz dagegen nicht. Kleine Dinge, die schlecht waren, sollten nicht immer präsent sein. Leider gelingt es uns jedoch viel besser diese als die guten zu behalten. Wie einen Sack Steine schleppen wir sie mit uns. Trenne dich von Ihnen. Verbanne Erinnerungsstücke, die dich runterziehen. Genauso verzeihe Menschen, die dir wehgetan haben. Dem einzigen dem du ansonsten damit schadest, bist du selbst. Wie ein Schatten werden sie auf deiner Psyche liegen. Schiebe all die guten Dinge in den Vordergrund. Umgebe dich mit Menschen, die das Positive hervorheben. Und sei dankbar für sie.

Dankbarkeit als neue Sicht

Dieser letzte Abschnitt soll nun nochmal ein Appell sein. Ein Appell sich Dankbarkeit auf die Stirn zu schreiben. Dankbarkeit bedeutet nicht immer Danke zu sagen. Dankbarkeit heißt positiv auf seine Erlebnisse zu blicken und die Menschen um sich herum wertzuschätzen. Sei dankbar für deine Familie, deine Freunde, deinen Verstand, den Wohlstand, den du genießt und die Chancen, die du hast – vor allem auch die, alles Schlechte noch ins Gute zu verändern. Sei dankbar für die Freiheit.

Ein Tipp noch zum Schluss:

Mit folgender Technik kannst du dich selber zu mehr positives Gedanken manipulieren:

Rufe dir bei jedem schlechten Gefühl alle Dinge in Erinnerung, die gut sind. Am besten machst du dabei eine besondere Geste. Kneife dir ins Ohrläppchen oder hebe die Arme. Führst du die Geste oft genug aus, während du dir all die guten Dinge in Erinnerung rufst, verknüpft dein Gehirn diese. Man nennt diese Technik „Ankern“. Mehr zu dem Thema liest du hier. Im Folgenden kannst du durch die Geste schneller und automatisch, schlechte Gefühle durch gute ersetzen.

Denn:

<< Es ist immer besser eine rosarote Brille zu tragen, anstatt der trüben Sicht dunkler Gläser zu folgen. >>

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