Der richtige Umgang mit Menschen

- Die drei „magischen“ Grundregeln nach Carnegie -

In diesem Beitrag werden dir die drei Grundregeln für den Umgang mit Menschen vorgestellt. Diese sind dabei wirklich zeitlos, denn sie stammen aus dem 1936 veröffentlichtem Bestseller „Wie man Freunde gewinnt“ von Dale Carnegie. Der Titel des Buches ist dabei sehr plakativ und sollte keinesfalls mit einer mitleidigen Art von Selbsthilfe verwechselt werden. Er trifft nämlich den Kern von dem, was Menschen ausmacht: Ihren Bindungen und ihrem Platz in der Gesellschaft.

Schon immer gibt es Menschen, die ungeachtet ihrer handwerklichen oder logischen Fähigkeiten über der Masse zu schweben scheinen. Sie verdienen mehr, sie haben mehr Spaß und sie haben mehr Freunde. Der Grund dafür ist nicht für jeden gleich ersichtlich – doch ist er eine der wichtigsten Eigenschaften überhaupt: Die Kunst, mit Menschen umzugehen.

Nachfolgend werden dir nun die drei Regeln nach Carnegie vorgestellt.

Regel 1: Kritisiere, verurteile und klage nicht.

„Wer den Honig will, muss der Biene Sumsum leiden“. So vergleicht Carnegie seine erste Regel, die sich aus jahrelanger Forschung menschlichen Verhaltens herauskristallisiert hat. Sie besagt, dass man über die Fehler und Missgeschicke anderer hinwegsehen und auch schlechten Taten verzeihen soll. Statt zu verurteilen, solle man den anderen versuchen zu verstehen.

Die Ursache für diese Regel liegt in der Natur des Menschen. Der Mensch ist nicht logisch, sondern voller Gefühle wie Stolz und Eitelkeit. Möge deine Kritik auch noch so wahr und noch so angebracht sein, so ist es dennoch dumm sie auszusprechen. Denn was würde wohl passieren? Was bringt sie dir?

Kritik drängt einen Menschen nämlich in die Defensive. Sie erweckt den Dran sich zu rechtfertigen und führt gar zu Unmut oder Entmutigung. Kaum ein Mensch beschuldigt sich selbst, mag er auch noch so sehr im Unrecht sein. Kritisieren erzeugt keine Besserung, stattdessen vergiftet sie das Klima. Jemand, den du einmal scharf und womöglich noch öffentlich kritisiert hast, wird gegen dich nahezu ewig einen Groll hegen. Der ehemalige Präsident der USA Abraham Lincoln berichtete einmal eines seiner Lebensmottos: „Allen zu Liebe und Niemandem zu Leid.“ Dies ist keinesfalls bloß eine barmherzige Einstellung, es ist vielmehr eine schlaue Einstellung. Denn erzeugst du stattdessen eine Atmosphäre der Harmonie, werden die Menschen dir wohl gesonnen sein, motivierter agieren und es dir danken.

Regel 2: Gib ehrliche und aufrichtige Anerkennung.

Bromorrow

Die Kunst, Menschen richtig zu behandeln – sie ist keinesfalls intuitiv. Wie schon eben beleuchtet, neigen wir viel zu sehr dazu andere niederzumachen. Dabei ist eine Sache jedoch klar: Eigentlich will jeder „groß“ sein. Vielleicht gerade deshalb machen wir andere Menschen nieder – nur um uns selbst ein kleines Stück größer zu fühlen.

Jeder Mensch trägt in sich den Wunsch nach Anerkennung, nach Geltung. Nach Freud lässt sich mit nur zwei Motiven das Spektrum des menschlichen Verhaltens erklären: Erstens dem Sexualtrieb und eben zweitens dem Wunsch bzw. dem Verlangen nach Bedeutung. Dieses Verlangen spornt reiche Leute an in einem viel zu großem Haus zu wohnen oder junge, arme Menschen sich einer kriminellen Bande anzuschließen. Ebenso aber treibt es Menschen zu Höchstleistungen.

Bleibt die Anerkennung jedoch aus, wirkt dies wie Gift. Beobachtungen von Psychologen zeigten sogar, dass sich mancher Mensch auf seiner Suche nach Geltung in eine Traumwelt flüchtet und geisteskrank wird.

Und was bringt es umgekehrt, wenn man jemandem Anerkennung entgegenbringt? Um es metaphorisch auszudrücken: Er wird davon genährt wie eine Pflanze durch Nährstoffe. Und – er wird sich daran erinnern. Menschen, die Anderen Anerkennung entgegenbringen, haben dadurch einen wahrhaften Vorteil, denn sie begeistern, motivieren und spornen an. Das zahlt sich umgekehrt auch für sie aus. Es ist quasi Teil des Glücks, dass ihnen täglich wiederfährt und für das Unbeteiligte keine Erklärung finden.

Jetzt soll das keinesfalls bedeuten, jemandem schmeicheln zu müssen. Die Anerkennung sollte echt sein und nicht selbstsüchtig. Entdecke ehrlich die guten Seiten des Anderen.

Regel 3: Wecke in Anderen lebhafte Wünsche.

Sprichst du immer nur von deinen eigenen Wünschen? Davon, was du willst? Wie formulierst du deine Sätze? Sagst du Sachen wie „Ich erwarte, dass du diese Aufgabe machst“? Wenn ja, hör auf damit und „locke den Fisch mit einem Köder, der ihm schmeckt“, wie Carnegie schreibt. Denn leider Fakt ist: Kaum einen interessieren „deine“ Wünsche, es interessieren nur „seine“ Wünsche. Sprich nicht immer von den eigenen Wünschen, denn es kümmert sonst keinen, weil jeder genau so denkt. Du musst quasi das Gesetz des Egoismus brechen – zumindest im Umgang mit Menschen. Sprich daher immer von den Wünschen des Gegenübers statt von den eigenen. Damit jemand tut was wir wünschen, müssen wir ihm geben, was er sich wünscht.

In der Praxis bedeutet dies, dass man, wenn man jemanden zu etwas bewegen will, Immer erst das Bedürfnis dazu in ihm wecken muss. Wie überzeugt man ein Kind in den Kindergarten zu gehen, wenn es nicht möchte? Indem man ihm vor der Nase all die schönen Dinge zeigt, die man dort tun kann, aber es erst mitmachen kann, wenn es im Kindergarten ist. Die Begeisterung dafür weckt dann automatisch das Verlangen.

Gleiches gilt bei Erwachsenen: Schreibt man eine Bewerbung, ist es unklug nur die eigenen Wünsche im Bezug auf den Job aufzuzählen. Viel effektiver ist es, die Wünsche der anderen aufzuzählen und wie man diese erfüllt.

Die, die das Prinzip verstanden haben und sich bemühen selbstlos zu agieren, haben einen Vorteil gegenüber den Egoisten. Und das Gute ist: Alle gewinnen daran.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass diese drei Regeln eigentlich sehr simpel sind. Auch, wenn sie entgegen unserer menschlichen Neigungen einiges an Disziplin erfordern. Es sei jedoch jedem empfohlen, sie stets im Hinterkopf zu haben. Sie sind kein Hexenwerk – ihre Wirkung im Umgang mit Menschen jedoch wirkt manchmal wie Magie.

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